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GALAPAGOS INSELN – NATURWUNDER

Urtümlich, paradiesisch, verzaubert, einzigartig!

Entstehung und Verlauf bis in die heutige Zeit

Der Galapagos Archipel befindet sich völlig isoliert mitten im Pazifischen Ozean, rund 960 km.vom südamerikanischen Festland entfernt. Er besteht aus 19 grösseren Inseln (grösser als 1 km2) und vielen kleineren Inseln. Sie verteilen sich über 120’000 km2 im Meer und alle Inseln zusammengerechnet ergeben eine Landfläche von rund 8’000 km2.

Die Galapagos-Inseln sind durch Vulkantätigkeit entstanden. Noch heute sind einzelne Vulkane auf Isabela und Fernandina aktiv. Die ganz im Westen gelegene Insel Fernandina ist das vulkanisch aktive Zentrum. Hier befindet sich tief im Erdinnern eine Magmablase aus geschmolzenem Gestein. Dieser “Hotspot” ist der Ursprung der Galapagos Inseln.

Die Galapagos-Inseln sitzen auf der sogenannten Nazca-Platte. Mit dieser Platte bewegen sich die Inseln jährlich etwa 6cm auf Südamerika zu. Dabei bleibt der “Hotspot” - der Entstehungsort der Vulkaninseln – immer am selben Ort.

Die heutigen Galapagos-Inseln sind zwischen 35’000 und 4 Mio. Jahre alt. Bis 2500m unter dem Meeresspiegel liegen zudem versunkene Inseln, die viel älter sind.

Bei einzelnen der heutigen Tierarten lassen Hinweise darauf schliessen, dass ihre Vorfahren älter sind als 3-4 Mio Jahre.

Klima

 

Das trockene Klima auf Galapagos ist absolut untypisch für die tropische Zone. Ebenso untypisch ist die warme Zeit vom Januar bis Mai mit heftigen Regenschauern, und eine kühle, äusserst trockene Zeit vom Juni bis Dezember, mit wenig Regen in den Niederungen. Grund dafür sind Meeresströmungen, die hier im Pazifischen Meer aufeinandertreffen und Wechselwirkungen erzeugen. 2 Strömungen bringen kaltes Wasser: der Perustrom (Humboldstrom) aus der Antarktis und der Aeuqatoriale Gegenstrom (Crownwellstrom) aus grosser Tiefe im Westen. Zusammen prägen sie kühle, trockene Jahreszeit. Der Panamastrom führt tropisch-warmes Wasser von Mittelamerika herbei und prägt die warme Jahreszeit. Alle 4-6 Jahre erzeugen stark veränderte Strömungsverhältnisse eine viel wärmere und regenreichere Zeit, “El Nino” (Christkind) - weil diese Erscheinung um die Weihnachtszeit am stärksten ist. Der starke Regen bringt dem Land Vegetation wie im Schlaraffenland. Im Meer und in Küstennähe zeigen sich aber auch negative Folgen; durch ansteigende Meeresspiegel werden Brutplätze überschwemmt und die Seevögel leiden an Nahrungsmangel.

Die meisten Inseln sind nicht hoch. Auf ihnen herrscht ein äusserst trockenes Klima und es kommen dort nur an Trockenheit angepasste Pflanzen vor. Auf den hohen Inseln jedoch hingegen gibt es bis zu 5 Zonen mit verschiedenen Pflanzengesellschaften, die sich darin unterscheiden, dass sie mehr oder weniger Wasser brauchen. Je höher es geht, desto kälter wird es. Die angestauten Wolken kühlen ab und es regnet häufiger. Daher wachsen in höheren Zonen mehr Pflanzen die Feuchtigkeit lieben. Auf ganz hohen Inseln gibt es allerdings über den Wolken nochmals Trockenzonen.

Der Mensch liess sich relativ spät auf Galapagos nieder. Ein extremes Klima und wenig Süsswasser hielten wenige Einwanderer aus. Erst 1832 kamen mehr Menschen. So blieb diese einzigartige Lebenswelt grösstenteils erhalten. Doch seit 1980 leidet sie unter dem Wachstum von Bevölkerung und Tourismus.

Nur wenige Tiere schaffen es über das Meer

Tiere, die es schaffen, vom südamerikanischen Festland her die Galapagosinseln zu besiedeln, müssen bestimmte Fähigkeiten haben. Zunächst müssen sie in der Lage sein, fast 1000Km Meer zu überqueren, sodann müssen sie mit dem Insel-Klima fertig werden; mit extremer Trockenheit. Diese Fähigkeiten haben nur wenige Tiere. Dazu gehören Reptilien, Vögel, Wirbellose und einige wenige Säugetierarten.

 
Wie gelangen Tiere vom Festland auf die Inseln?

Aus eigener Kraft: Regelmässig kommen Zugvögel aus Nordamerika nach Galapagos zum Ueberwintern. Manche werden ansässig.

Vom Winde verweht: Transportmittel für ganz kleine Organismen wie Jungspinnen und Kleinstinsekten, aber auch Eier und Larvenstadien von Insekten sind Winde und Luftströme. Nach starken Winden wie den Hurrikanen landen ab und zu auch grössere Irrgäste aus Amerika. Der Wind ist also ein wichtiges Transportmittel für die Inselbesiedlung – heute wie damals, als die Vorfahren der Darwinfinken, Spottdrosseln und der Fledermäuse nach Galapagos kamen.

Auf Treibholz in Meeresströmungen: Schwere Dauerregen in Südamerika können Flüsse anschwellen und entwurzelte Bäume ja ganze Pflanzenansammlungen mitreissen und ins Meer schwemmen. An der Westküste werden sie mit dem Humboldtstrom in den Pazifik verfrachtet. So kann ein Baumstamm von Ecuador innert 2 Wochen Galapagos erreichen. Für Tiere die auf dem Baumstamm sitzen ist diese Ueberfahrt ein hohes Risiko. Tagelang sind sie dem Salzwassergischt ausgesetzt und haben kein Süsswasser. Eine solche Strapaze überleben meistens nur Insekten, Wirbellose oder Reptilien wie Leguane oder Schlangen.

Auch der Mensch war und ist ein Transportmittel vom Festland. Nach Ansiedlung und Heimischwerden auf den Inseln hat er - zunächst wohl unbewusst – einige Tierarten mitgebracht, zum Teil mit verheerenden Wirkungen auf die hier lebende endemische Tierwelt. Bewusst ausgesetzt wurden Haustiere wie Ziegen, Esel, Schweine, Hunde, Katzen, Meerschweinchen und Hühner. Unbeabsichtigt eingeführt wurden Haus-und Wanderratten, sowie eine Froschart und zahlreiche Insekten.

Man nimmt an, dass die Vorfahren der Galapagos-Riesenschildkröte vom südamerikanischen Festland über das Meer bis nach Galapagos geschwommen sind. Nur wenige landlebende Säugetiere schafften es, die weite Strecke vom Festland über das offene Meer zu überqueren und die Inseln erfolgreich zu besiedeln. So gibt es heute nur gerade 6 einheimische landlebende Säugetierarten auf Galapagos: 2 Arten von Fledermäusen und 4 Arten Reisratten. Diese haben sich hervorragend an die Trockenheit angepasst.

Verwilderte Hunde stellten eine grosse Gefahr für die einheimischen Reptilien und Vögel von Galapagos dar. Die Nationalparkbehörde und die Charles Darwin Stiftung begannen daher in den 1980er Jahren mit einem Ausrottungsprogramm – mit Erfolg. Obwohl heute noch streunende Hunde um die menschlichen Siedlungen herum vorkommen, gibt es seit den 1980er Jahren keine wilden Populationen in entlegenen Gebieten mehr.

Viele Arten im Meer

Auf den Galapagos Inseln gibt es nicht viele Arten von Pflanzen und Tieren – dies weil die Reise vom Festland dorthin beschwerlich ist – und weil die Landmasse klein und begrenzt ist. Im Meer rund um die Inseln hingegen sieht es anders aus, denn das Meer hat keine Grenzen. Es gibt unzählige Arten. Im Galapagos-Archipel gibt es: über 500m Fischarten, mehr las 50 Arten von Haien und Rochen, rund 900 verschiedene Muscheln und Schnecken, über 200 Arten Seesterne, Seeigel und Seegurken. Und mehr als 200 Arten von Krebstieren. Zu den auffälligsten Meerestieren zählen die Meereschildkröten, die Meerleguane, und die Meerechsen, 2 Robbenarten: Galapagos-Seebär und Galapagos-Seelöwe. Die grosse Produktivität des Meeres um Galapagos herum hat positive Auswirkungen auf das Land. Meerestiere wie Seelöwen, Meerleguane oder Meeresvögel, die einen Teil Ihres Lebens an Land verbringen, tragen nämlich wertvolle Nährstoffe vom Meer aufs Land, wo sie Landpflanzen und Landtieren zur Verfügung stehen. Rote Klippenkrabben sind auf vielen Inseln entlang der Küste zu sehen. Auf den Galapagos-Inseln findet man 4 verschiedene Arten von Meeresschildkröten: die Suppenschildkröte, die Karettschildkröte, die Bastardschildkröte und die Lederschildkröte. Die Suppenschildkröte ist die häufigste Art auf Galapagos und die einzige, die auf den Inseln brütet. Paarungen finden im November und Dezember statt. Von Dezember bis Juni schwimmen die Weibchen dann an Land, wo sie mehrere Male etwa 50-100 Eier in selbstgemachten Nestern am Strand ablegen. Nach 2 Monaten schlüpfen die Jungen, normalerweise in der Nacht, wenn sie weniger Räubern am Strand ausgesetzt sind. Die Jungen sind ca. 46mm lang. Sie bewegen sich so schnell sie können weit hinaus ins Meer. Die Ueberlebenden verbringen dort mehrere Jahre. Mit 10 bis 20 Jahren erreichen sie die Geschlechtsreife und kehren an den Strand ihre Geburt zurück, was eine Reise von über 2000 Km bedeuten kann. Suppenschildkröten werden in der Wildnis bis zu 80 Jahre alt.

Entdeckung und Erforschung der Galapagos-Inseln durch den Menschen

1535 Dieses Jahr gilt als offizielle Entdeckung von Galapagos. Das Datum ist belegt durch den Bischof von Panama, Fray Tomas de Berlanga, der auf seiner Fahrt von Panama zum heutigen Peru durch die Meeresströmungen vom Kurs abkommt. Die Wasservorräte erschöpft, ankert er vor den unbekannten Inseln. Die Suche nach Trinkwasser ist mühsam. 2 Männer und 10 Pferde sterben. Die anderen kauen Kaktusblätter. Sein Bericht an seinen spanischen König enthält die erste Beschreibung der Riesenschildkröten und Echsen. Dabei betont er die Kargheit der Landschaft und die Zahmheit der Tiere.

1593-1710, Piraten und Freibeuter. Piraten und von Ihrem Heimatstaaten unterstützte Freibeuter benutzen die unbewohnten Inseln als Fluchtburg und Proviantstation. Riesenschildkröten nehmen sie als lebenden Fleischvorrat mit auf ihre Schiffe, wo diese dahindarben bis sie gegessen werden. Als die Schildkröten rarer wurden, setzten die Piraten Ziegen als Fleischlieferanten aus.

1744 Walfang und Forschung. Die Spanier erkunden die Inseln und geben ihnen Namen.

1789 Erste Forschungsexpedition unter spanischer Flagge. Später finden immer wieder kleinere Expeditionen statt, zur Landvermessung und um Karten herzustellen. Dabei werden Naturbeobachtungen festgehalten.

1793-1870 Walfänger dezimieren die Walbestände, unter anderem wegen wegen dem Walöl, das als Lampenöl diente. Den Ohrenrobben wird ihr Fell fast zum Verhängnis. Die Riesenschildkröten lädt man zu Hunderten als Proviant auf die Schiffe. Im Jahre 1820 hat ein Walschiff 360 Schildkröten an Bord,1823 ein anderes Schiff 5000 Robbenfelle. Die Walfänger dürften im 19. Jahrhundert rund 200’000 Riesenschildkröten getötet haben. 1793 soll Kapitän Colnett das legendäre “Post Office Barrel” erstellt haben: ein Holzfass auf einem Pfahl, das den Walfängern als Postamt diente. Heute führen die Touristen diese Tradition fort.

1835 betrat Charles Darwin die Insel San Cristobal als Auftakt zu einem 5- wöchigen Aufenthalt auf dem Galapagos-Archipel, wo er Floreana, Isabela und Santiago aufsuchte. Seine Aufgabe war, das Land zu erkunden. Mit Leidenschaft und all seinen Sinnen sammelte er zahlreiche Pflanzen und Tiere, die dann in Kisten nach England verschifft wurden. Diese dienten ihm später zur wichtigen Grundlage seiner berühmten Evolutionstheorie, die er im Jahre 1859 mit seinem Buch “Die Entstehung der Arten” publizierte.

1905-1906 Die “California Academy Sciences” (CAS) führt die erste grosse Forschungs-und Sammlungs-Expedition durch: 8691 Vögel und 264 Schildkröten von 10 Inseln wurden gesammelt, sowie zahlreiche andere Tiere und Pflanzen, die der Grundstock der Sammlung bilden. Bis heute werden die Sammlungen für Forschungszwecke genutzt.

1959 Gründung der “Charles Darwin Stiftung” auf der Insel Santa Cruz, hundert Jahre nach Erscheinen der “Entstehung Arten”. Seither wird auf den Galapagos-Inseln internationale Forschung betrieben. 1964 Eröffnung der “Charles Darwin Forschungsstation” auf der Insel Santa Cruz.

Spätere Besiedlung

1807 Vermutlich ist der irische Matrose Patrik Watkins – der auf Floreana ausgesetzt wurde – der erste wirkliche Siedler auf Galapagos. Er baute Gemüse an, das er bei Walfängern gegen Rum und Bargeld eintauschte. 1809 flieht er mit einem gestohlenen Walfangboot ans Festland. Bald darauf landete er im Gefängnis.

1832 Ecuador nimmt den Galapagos-Archipel in Besitz und nennt ihn “Archipielago del Ecuador”. Bald schon lassen sich einige Siedler nieder.

1850-1860 Galapagos gilt als “ideales” Gefängnis. Die grosse Entferung zum Festland macht eine Flucht fast unmöglich und man hoffte, dass die Gefangenen – unter Wasser-&Nahrungsmangel leidend – bald sterben werden. Trotzdem gelang es einigen Gefangenen mit Schiffen zu entfliehen.

1926-1929 Ehemalige Gestrandete eines norwegischen Walfangschiffes konnten zu Hause Ihre Landsleute für Galapagos begeistern. Mit Erfolg. 1926 kommen viele Norweger und begründeten auf Floreana und Santa Cruz jeweils eine Siedlung. Doch die Bedingungen für die Landwirtschaft sind so hart, dass die meisten von ihnen bald wieder in die Heimat zurückkehren.

1929-1934 Mit der irrwitzigen Vorstellung, fernab von der Zivilisation sozusagen im Garten Eden zu leben, begibt sich ein deutsches Pärchen auf die Insel Floreana. Es folgen Gesinnungsgenossen, aber auch zwielichtige Gestalten. Floreana wird durch Intrigen zur Hölle. Menschen verschwinden spurlos oder sterben unter mysteriösen Umständen. Schliesslich bleiben nur noch die Kölner Margret und Heinz Wittmer mit Sohn Harry auf der Insel zurück.

Erfolgreiche Siedlerfamilie Cruz 1939 kam der Ecuadorianer Eliécer Cruz zum ersten Mal nach Galapagos. In Ibarra geboren und aufgewachsen, hatte er an der Universität in Quito studiert und suchte nun ein Leben in der Natur und in Freiheit. 1944 heiratete er Emma Bodon und zog mit ihr nach Floreana. Auf ihrem kleinen Bauernhof, einer Finca namens “Las Palmas”, bauten sie Kaffee und Kartoffeln an. Frau Cruz machte Marmelade aus Orangen und Guavefrüchten (Guayaba). Sie knüpften Kontakte zu den einheimischen Fischern und Eliécer brachte ihnen, Lesen und Schreiben bei. Bildung war ihm enorm wichtig. Mit dem wenigen Geld das sie hatten, kauften sie Bücher und so kam mit der Zeit eine stattliche Bibliothek zusammen. Er half seiner Frau bei der Geburt aller 12 Kinder in ihrem Haus. Medizinische Einrichtungen gab es damals noch nicht. Noch heute leben einige ihrer Kinder auf Galapagos, wo sie sich für den Erhalt der einmaligen Natur einsetzen. Ein Sohn, Claudio Cruz, bewirtschaftet noch heute die elterliche Finca.

1879-1940 Auf San Cristobal baut ein Geschäftsmann ein Landwirtschaftszentrum “El Progres” genannt. Er exportiert Rindsleder, Schildkrötenöl, Fischöl sowie Zuckerrohr nach Guayaquil in Ecuador. Eines Tages wird er, der eine Schreckensherrschaft führte, von Arbeitern ermordet.

1941-1945 Militärstützpunkt und Massentourismus mit Schiffen Ecuador erlaubt den USA im 2. Weltkrieg, einen Militärflughafen auf Baltra zu bauen, um den Zugang zum Panamakanal zu überwachen. Nach dem Krieg wird der Flughafen an Ecuador zurückgegeben.

1959 Erste kommerzielle Flüge

1969 Beginn des Massentourismus mit Schiffen

1970 Von nun an finden regelmässig Flüge von und nach Baltra statt.

2015 225’000 Touristen besuchten die Galapagos-Inseln innerhalb eines Jahres.

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HAUPTSITZ

Roberto Schiess 173. Puerto Ayora, Inseln Santa Cruz 

Galapagos – Ecuador

VERTRETUNGSBÜRO

Juan Leon Mera N23-36 y Baquedano

Quito – Ecuador